Freitag, 9. November 2007

Blusterfisch!

Vorgestern sind wir bereits frueh am Morgen aufgestanden um einige Dinge fuer unser neues Auto zu besorgen. Brenda, unsere sich allseits kuemmernde Gastmutter, sackte uns kurzerhand mit dem Auto ein und wir fuhren zu einigen Billigshops und innerhalb kuerzester Zeit waren wir stolze Besitzer einer nahezu umfassenden Haushaltseinrichtung mit Besteck, Tassen, Topf, Tellern, Kissen und Bettbezug. Nach einiger Recherche von Seiten Brendas hatten wir am Nachmittag dann auch eine funktionierende Herdplatte und eine Gasflasche hatten sie auch noch aufgetrieben. Es ist einfach schier unbegreiflich, was diese beiden hier auf die Beine stellen bzw. mit welcher Energie und Hilfsbereitschaft sie hier die Dinge vorantreiben. Sie sehen diese Dinge aber als mehr als selbstverstaendlich an, denn sie meint, wenn sie sich nicht untereinander helfen wuerden, wer dann?

Brenda hat ausserdem noch ihre Kontakte spielen lassen und fragt nach Jobs fuer uns an (im Moment ist wohl Schafscheren am aussichtsreichsten, muessten aber erstmal einen zweiwoechigen Kurs absolvieren) und hat auch ihrer Versicherungsagenten wegen einer billigeren Autoversicherung fuer uns eingeschalten.

Spaeter wurden wir noch von Brenda zum hiesigen Park gefahren und Willi und ich sind dann noch ein paar Stuendchen im Park gewandert um einfach mal die Seele baumeln zu lassen, fantastische Flora & Fauna zu bestaunen und uns die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

Am Abend dann war ich doch ein wenig fertig, schnell noch Zaehne putzen und dann ab ins Bettchen. Denkste. Jon hatte andere Plaene- und zwar eine kleine Spritztour mit einem original 1972 Holden Monaro! Wahnsinn! Der laeuft mit 300 und paar zerquetschten PS und das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass er mit Gas faehrt anstatt mit Benzin- ansonsten waeren es weit mehr als 400 PS. Mir wurde dann auch schnell klar, wozu er das kleine Geraetchen, welches Polizeisignale empfaengt, braucht. Kaum aus der Garage raus, presste es uns mit voller Wucht in die Sitze, Jon hat einfach mal das Gaspedal voll durchgetreten. Ein Gefuehl, das sich schwer in Worte fassen laesst- das mit dem anschliessend ruhig in die Heia gehen konnte ich mir abschminken, mein Koerper pumpte Adrenalin ohne Ende. Erst recht als wir aus New Plymouth raus waren: auf der Landstrasse angehalten, dem Auto vor uns ein wenig Vorsprung gegeben und dann gib ihm! Das Heck brach leicht aus und Tempolimits waren eigentlich nur noch schmueckende Deko. Das koennt ihr euch nicht vorstellen, ich grabschte in dem Auto nach was zum festhalten und hatte ein Dauergrinsen im Gesicht. Was fuer ein Muscle Car. In der Stadt wurde noch schnell ein Burnout gemacht- auf der Hauptpromenade!- und dann entspannt nach Hause gecruist. Meine Kniee sollten noch lange danach zittern.

(An dieser Stelle einen kleinen Gruss an meine Mum: sag noch einmal, ich wuerde rasant fahren, da hast du noch nicht in diesem Monster gesessen!)

Gestern haben wir dann vormittags aus Europaletten Fuesse fuer das Bett gesaegt und ueber das Internet einige Farmen, in der Hoffung bald eine Arbeit zu haben, angeschrieben. Ausserdem hat uns Brenda eine Matratze organisiert und nachmittags haben wir dann bei der hiesigen Autoversicherung eine Versicherung abgeschlossen. Diese war zwar mit $425 die teuerste, jedoch mit der geringsten Eigenleistung. Heisst: rammen wir Auto, muessen wir fuer dessen Reparatur nur einen kleinen Beitrag zahlen- und bei Linksverkehr, der etwas chaotischen Fahrweise der Neuseelaender und bestimmt auch Schafen auf der Strasse ist die Wahrscheinlichkeit einen Unfall zu bauen ein klein wenig hoeher als in Good Old Germany. Anyway, abends wurde dann natuerlich mit einer 1 ½ Liter Flasche Heineken angestossen und Barbecue eingenommen. Da unsere Gasteltern jedoch einen stressigen Tag hatten, wurden bereits nachmittags Duftstaebchen angezuendet um den anschliessenden Marihuana-Konsum zu uebertuenchen. So sassen wir nun abends gemuetlich beisammen, aber da das Bier jedoch schnell alle war, gingen wir flugs zu selbstgebrannten Rum mit Cola ueber. Schon beim ersten Schluck dachte ich, ich wuerde auf der Stelle erblinden. Oh my goodness. Das war mal ein Rum, ein wenig in die Richtung Metaxa und sehr blumig. Tatsaechlich brauen sie in einem kleinen Schuppen den reinen Alkohol zusammen (das blubbert immer ganz niedlich) und fuegen anschliessend den Geschmack hinzu. So bekommt man wahlweise Gin, Whisky, Bourbon und so weiter und so fort, ihr merkt schon, sie sind recht gut eingerichtet :). Irgendwann haben wir alle zu ZZ Tops Eliminator-Platte getanzt, ausser Brenda, sie lag schon vor dem Kamin (das ist jetzt kein Scherz, das hat sich wirklich so zugetragen, man kann einfach nur den Kopf schuetteln).

Heute morgen stammelten wir alle nur ein kurzes “Mornin!...” und man haette denken koennen, Frankensteins Kabinett hat neu eroeffnet. Schnell unter die Dusche, hab uns allen noch Ruehrei gemacht und waehrend unsere Gasteltern einkaufen fuhren, haben wir noch ein wenig am Bett gebastelt. Ausserdem moechte ich gern anmerken, dass wir unseren Van auf “Blusterfisch” getauft haben, da er von vorn betrachtet wirklich einem Blusterfisch aehnelt. Sehr lustig ist uebrigens, wenn Brenda leicht lallend “Bluhasdafish” ausspricht, aber irgendwann am Abend war das dann auch egal.

Jetzt wird erstmal das Bett in den Van gebracht und ordentlich verschraubt und dann wollen wir noch Brendas Mum besuchen und wenn noch etwas Zeit bleibt, weiter New Plymouth entdecken.

Alsdenn, fuehlt Euch wie immer gegruesst und gedrueckt,

Maria

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

juhuu!
das ist der perfekte name für das auto!^^
hihi
bei euch ist wirklich spannung pur! ich will auch!
und das andere auto da- das schnelle...das hab ich auch gegoogelt- das ist ja wie bei need for speed oder so^^
super!
nun gut du wirst bestimmt gleich aufstehen und ich ins bett gehen...^^
bis bald ich freu mich auf den nächsten post
wiebkiii