Sonntag, 4. November 2007

Frankfurt - Seoul - Auckland

Hallo ihr Lieben,

in den nächsten Absätzen werde ich nun grob abreißen, was ich in den letzten, äh inzwischen dürften es ca. 30-40h ohne Schlaf sein, erlebt habe.

Zunächst einmal ging es früh am Freitag, den 02.11.07, um 10 Uhr mit dem Zug von Dresden Hbf nach Frankfurt International Airport. Das war ein tränenreicher Abschied, ein paar der Handballmädels (Janett, Luisa, Geli & Mäggi) und natürlich meine Mum haben mich zum Zug begleitet und mir den Abschied alles andere als leicht gemacht. So ging es schweren Herzens, aber doch mit einem gewissen Kribbeln im Bauch Richtung Neuseeland. Planmäßig in Frankfurt angekommen, galt es noch eine schier ewig dauernde Wartezeit zu überbrücken und gelassen bleiben. Doch kurz vorm Einchecken ruft es auch schon hinter mir: „Maria!“ und voller Erstaunen stelle ich fest, dass mich Briti, meine Tante, soeben überrascht hat! Wahnsinn, ich habe mich doch schon sehr gefreut, sie hat auch gleich das Fernweh gepackt und wir haben dann die restliche Wartezeit einfach mal locker verquatscht (das ist bei uns beiden eigentlich auch kein Problem).

Nach erfolgreichem Durchchecken wartete ich dann mutterseelenallein in einem separaten Areal des Gates aufs Boarden. Plötzlich huschte ein kleiner schwarzen Klumpen über den Boden nahe der Fenster zur Rollbahn. Hä? Hatte mich denn schon etwa irgendeine Panik gepackt? Nein, eine kleine aber dennoch fellige Ratte mit sehr langem Schwanz wuselte mal eben durch einen Bereich, der durch mehrfache Sicherheitskontrollen und abgesperrte Zonen gesichert war. Soviel zum Thema Sicherheit.

Jedenfalls beim Warten zum Boarden hab ich noch die Bekanntschaft mit Michael aus Hannover gemacht, der machte mir auch gleich ohne Umschweife klar, dass es an Bord von Korean Air (die Fluglinie, die mich die nächsten Tage sicher nach Auckland bringen sollte) nur Seetang und typisch koreanisches Food gibt. Na klasse. Zum Glück kommt ja alles sowieso anders als man denkt, jedenfalls konnte man zwischen koreanischem und europäischem Essen wählen. Ein Glück. Aber auch sonst ein Kompliment an unsere asiatischen Duracell-Stewardessen: emsig um das Wohl des Passagiers bemüht, ständig eine zu finden. Bestes Beispiel: in einer 3er Sitzreihe saß neben mir noch eine jugendliche Wienerin (Kerstin) und nach kurzem Vorstellen haben wir uns dann auch schon an die Technik gemacht und einfach mal alle Knöpfe gedrückt, die wir so finden konnten. Keine zwei Sekunden stand auch schon unsere aus dem Ei gepellte und mit blauem Haarband verschnürte Stewardess auf der Matte, wir konnten uns nur noch feixend entschuldigen.

Aber auch der Rest des Services war für Economy erstaunlich gut – wir bekamen (kurze Zusammenfassung): Socken, Zahnbürste, Schlafbrille, Reinigungstuch, Leckerlis, Snacks und das Beste: vor dem Frühstuck einen nassen, warmen Waschlappen. Wahnsinn.

Nun denn, nach ca. 11h haben wir Seoul erreicht und sind auf dem für die WM 2002 gebauten Flughafen Incheon gelandet. Der gesamte Flughafen in einem futuristisch-sterilen Grundton, eine gesamte Ebene nur Duty-Free-Zone (Asiaten fahren tierischst auf Parfum ab, für den normalen Europäer kaum nachzuvollziehen, selbst im Flugzeug wird stündlich nachgesprüht). Die darüberliegende Ebene ist die sogenannte Transit-Lounge mit kostenlosem Internet und Sofas zum Ausruhen. Diese haben wir dann auch prompt genutzt, um unseren sechsstündigen Aufenthalt so schnell wie möglich zu überbrücken.

Es war inzwischen schon später Samstag als wir den Flieger nach Auckland bestiegen. Nocheinmal 11h, Zeitzonenverschiebung nicht berücksichtigt. Dadurch, dass aber beide Flüge Nachtflüge waren, hält sich der Jetlag in Grenzen, man behält seinen normalen Schlafrhythmus bei, ist natürlich aber ein wenig erschöpft.

In Auckland angekommen schnell ausgecheckt, Gepäck gegriffen und Visum kontrollieren lassen, war zum Glück alles in Ordnung. Willi stand auch schon zum Abholen bereit, es war schön dieses vertraute (und gebräunte!) Gesicht wieder zu sehen und natürlich die Gewissheit zu haben, heile angekommen zu sein. Er ist bereits seit zwei Monaten in Neuseeland und hat schon einige Kontakte knüpfen können, sodass wir bei Freunden (nahe Auckland) von seiner ehemaligen Gastfamilie in New Plymouth kostenlos wohnen können. Nach einer kleiner Sightseeing-Tour per Linienbus hat uns der Busfahrer per Zuruf auch liebenswerterweise nahe unserem Zuhause rausgelassen und wir waren relativ schnell in unserer Unterkunft bei Sylvia und Brian Davis, ein älteres und gesetzteres Ehepaar mit regem Mundwerk. Diese waren aber noch unterwegs, sodass mir Zeit zum Duschen und natürlich ausgedehntes Quatschen mit Willi blieb. Die Wohnung ist typisch englisch eingerichtet, mit kleinem Gärtchen und Garage (den Inhalt bekomm ich morgen bei einer Spritztour zu sehen) und das Beste: beheizbares Bett. Ein Traum.

Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte (immer noch ohne Schlaf unterwegs) haben wir uns an die grobe Planung gemacht, wo es uns die nächsten Tage hin verschlagen soll. Dabei haben wir schnell festgestellt, dass wir einen Van brauchen. Denn Hostels kosten auf Dauer recht viel und ständig bei Gastfamilien zu wohnen wollten wir auch nicht. Des Weiteren werden hier Bustickets nach Stunden gekauft, heißt 15h Bus (überregional) kosten $150 (1€ = NZ$2) und für uns, die schließlich das gesamte Land sehen wollen, kann das ganz schnell ins Geld gehen. Also haben wir uns kurzerhand im Internet an die Recherche gemacht und nach laaaanngem Suchen einen Nissan Baujahr 1986 gefunden. Ein Traum von einem Van für $1200. Der einzige Haken: Standort New Plymouth. Wir haben uns mit unseren Gasteltern beratschlagt, und diese meinten, dass Willi’s ehemaliger Gastvater in New Plymouth (Jon, ein vernarrter Autofreak) sich diesen doch mal näher ansehen sollte. Ein paar Telefonate später (landesweite Gespräche sind in Neuseeland kostenlos) meinte Jon, dass wir uns diesen Van keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollten. Jon hat sich persönlich von dem Van überzeugt („The engine works like a clock“) und so fahren wir am Dienstag nach New Plymouth zu Jon und Brenda und holen unser neues „Zuhause“ ab. Bei denen können wir auch wieder umsonst logieren und sie können uns Arbeit im Norden der Nordinsel vermitteln. Denn unser Plan sieht vor Richtung Norden zu fahren (noch nördlicher als Auckland, welche im Übrigen keine wirklich schöne Stadt ist) und dann weiter nach Osten einmal an der Küste entlang bis nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, in den Süden der Nordinsel. Dann wird es so gegen Februar sein, die perfekte Zeit um mit der Fähre zur Südinsel überzusetzen und in der nun beginnenden Erntezeit mit anzupacken und Geld zu verdienen.

Aber vorerst das Ziel Norden, wo es auf den saftigen Weiden und zahlreichen Farmen für uns hoffentlich Arbeit gibt und wir uns ein kleines Budget erarbeiten können.

Ich für meinen Teil werde nun so langsam in die Heia gehen, nachdem wir an meinem ersten Tag in Neuseeland bereits ein Auto gekauft, das Abendbrot gekocht und scheinbar stundenlang mit der Gastfamilie gequatscht haben. Es wird doch langsam Zeit fürs beheizte Bettchen, morgen wird erstmal ein Handy mit Prepaid gekauft, Erreichbarkeit ist das A und O in Neuseeland, und ein kostenloses Konto eröffnet.

Viele Liebe Grüße in die Heimat sendet Euch Eure Neu-Kiwi Maria!

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

:O alter!
ich will auch ein auto!hihi
naja und bist du dir sicher das das auf dem flughafen doch kein fret(t)chen war!?!?!?
mimimimimimmimimimiiii!

Anonym hat gesagt…

huhu maria-schätzelein, das freut mich aber sehr, dass es dir gut geht, du gesund angekommen bist, und im moment alles nach plan läuft!
wir haben dich schon heute beim spiel vermisst, und dir natürlich mal wieder das spiel gewitmet, und siehe da...
...ein knapper aber trotzdem erfreulicher sieg mit 20:19!! jippi!
Also dann, machs mal guddie und halt uns immer schön auf dem Laufenden!!
winke winke
*knuff*

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Schön von dir zu hören und das alles in ordnung ist, du die reise gut überstanden hast und dich wohl fühlst. habt euch ja ganz schön was vorgenommen. hoffe du hattest noch die freitag morgendliche sms bekommen. eine adresse wirst du ja sicher die nächste zeit nicht haben und an einem van ist glaub kein briefkasten und der paketdienst kommt da auch nicht hin....mhhhh
ganz liebe grüße

ps werd auch mal wieder beim handball vorbeischauen und mal schauen, was da so ohne dich los ist ;)

Maria hat gesagt…

mmh fuer ein fret(t)chen war es nicht so enorm dick und rundlich genug- ausserdem hat es sich flink (!) bewegt und sowas machen fret(t)chen ja bekanntlich nur unter starkem widerwillen :)

hab ja gestern fast einen herzkasper bekommen, als ich das ergebnis gesehen habe! puh, aber ist ja alles noch gut gegangen... weiter so!

Anonym hat gesagt…

soso!
haha! x(
>.<
dick und lahm sind fret(t)chen also?, ja????? plöte kuh!
runder, unkontrollierter blusterfisch! pf!
ja also einen herzstillstand hätt ich auch beinahe bekommen- v.a. weil wir 3minuten vor schluss ja noch mit 3toren geführt haben....
hihiihiii
ich les jetzt das von obendrüber!