Freitag, 11. Januar 2008

Freizeitreport!

In den letzter freien Arbeitsperiode haben wir, wie bereits angekündigt, die Waitomo Caves besucht, ein Höhlenkomplex bestehend aus Tropfsteinhöhlen und natürlich einer Glühwürmchenhöhle nahe Hamilton, ca. zwei Autostunden von New Plymouth entfernt.
Und lasst Euch sagen: diese süßen, kleinen, putzigen Leuchttierchen! Aber bis wir zu diesen knuffigen Tierchen vorstießen, mussten wir uns erst durch Heerscharen von Touristen durchkämpfen. Unglaublich, alles im Umkreis von zehn Kilometern rings um die Höhlen ist auf Touristen ausgerichtet, überall Busse, Asiaten und noch mehr Fotokameras. Dementsprechend organisiert lief alles ab. Führungen, ursprünglich beschränkt auf alle halben Stunden, wurden im fünfminütigen Intervall durch die Höhlen geschleust. Dies ist zwar recht schade, aber am Ende der Tour sollten wir belohnt werden: so sind wir per kleinem Boot (fasst ca. 20 Leute) lautlos übers Wasser geschwebt und mit Blick an die Grottendecke konnte man tausende, ach Millionen von kleinen, türkisfarben leuchtenden Würmchen betrachten. Das ganze Spektakel ist vegleichbar mit einem Himmelsblick bei sternklarer Nacht, und durch die von den Guides angemahnte Ruhe (Glühwürmchen reagieren schreckhaft auf Laute und Licht) konnte dieses Erlebnis auch genossen werden.
Doch der Weg zu den phosphorizirenden Insekten war beschwerlich und hart: über mehrere Serpentinenstraßen wurde unser Blusterfisch aufs Schlimmste gequält. Kurvige Bergpassagen und – man stelle sich bitte vor – Einbahntunnel! Oje, ich bin am Lenkrad gestorben, an die Umstände, dass Straßen größtenteils ohne Leitplanke versehen sind, gewöhnt man sich; daran, dass man mitunter direkt von der Straße den Abgrund hinuntersehen kann auch, aber das man Tunnel durchfährt, die lediglich nur von einem Auto befahrbar sind und man vorher hupen muss, um das Einfahren zu signalisieren- Wahnsinn. Selbst als Fahrer ist mir leicht flau in der Magengegend geworden.

Dann folgten wieder vier Tage Arbeit, aber bereits gestern schon durften wir wieder das verdiente Frei genießen. Dazu sind wir erneut nach New Plymouth gefahren (Willi musste einige organisatorische Dinge abwickeln) und haben bei dieser Gelegenheit nochmal Willis ehemalige Farmeltern Jenny und Jon besucht und bei der Pflaumenernte geholfen. Was für ein Spaß! Im Gegensatz zum schweißtreibenden Spargelstechen durfte sich gestreckt und gereckt werden um an die leckeren Früchte zu kommen. Der Farmherr Jon erwähnte auch die Gewinnung von Zwetschgenschnaps ("Mmh, sprich weiter, bei Pflaumenschnaps werd ich hellhörig..."), aber das Beste beim Pflücken ist die Tatsache, dass man quasi vom Baum in den Mund arbeitet. Ersteinmal legt man sich jedoch einen einem Kängaruhbeutel ähnlichen Sack um, und sammelt wahlweise auf Leitern stehend oder vom Boden aus arbeitend die purpurfarbenen Leckerlies ein. Ich hatte ein wenig zu eifrig vom Baum in den Mund gearbeitet und blähte etwas auf. Naja, zum Dank gab es dann noch selbstgemachte Marmelade und – der geneigte Leser mag es kaum glauben – Pflaumen.
Später werde ich vermutlich mal eine Farm mit Kühen, Spargel und Pflaumen haben, und in Ergänzung dazu natürlich noch eine Autowerkstatt. Aprospos Autowerkstatt- die haben wir kürzlich auch wieder aufsuchen müssen und zwar wegen einem kleinen Defekt unseres Kühlers. Denn auf unserer letzten längeren Autofahrt durchs Land ist die Temperaturanzeige doch bedrohlich hoch angeschnellt, sodass wir gezwungen waren im Hochsommer mit Heizung auf voller Pulle über die Straßen zu fegen (die Heizluft wird aus dem Motorraum genommen und dies kühlt erstaunlicherweise selbigen schnell und gut wieder ab). Was für ein angenehmes Erlebnis. So legten wir immer kleinere Zwischenstopps ein und achteten darauf, nicht zu schnell zu fahren und gleichseitig immer ein Auge auf die Temepraturanzeige zu haben. In unserer Stammwerkstatt jedenfalls war man sich schnell sicher, dass es am Kühler (Radiator) liegt, aber unser Monteur (bei dem wir auch die letzte Reparatur in Auftrag gegeben hatten- siehe „Krankenakte Blusterfisch") meinte, dass es für kleinere Strecke reicht. Sobald wir uns aber auf den Weg gen Süden machen, sollten wir vorher einen neuen Kühler einbauen lassen (fragt nicht nach dem Kostenpunkt).
Später am Abend haben wir noch das für New Plymouth traditionelle Festival of Lights im Pukekura Park besucht, eine Veranstaltung, die über mehrere Monate andauert und man verschiedene Künstler auf Bühnen bestaunen kann. Eingerahmt wird das Festival von stimmungsvollen Lichtinstallationen, sodass man zu Live-Musik Bäume und Sträucher in blutrotes Licht getaucht bewundern kann.
Bilder gibt es neuerdings in einer eigenen Galerie zu bestaunen (Link in der rechten Leiste), sowie eine Karte, auf der ihr die bisherige Reiseroute und den momentanen Aufenthalt sehen könnt (einfach zum Zoomen auf "Plus" oder "Minus" klicken und per gedrückter linker Maustaste das Sichtfeld "zurechtrücken"- wem das zu umständlich ist, der kann auch den unmittelbar unter der Karte befindlichen Link "Größere Kartenansicht" nutzen).

Viel Spaß beim Stöbern und sonnigste Grüße ins scheinbar bitterkalte Heimatland,

Eure Ich-was-wie-man-Tiere-schlachtet-Mareiha (in Anlehnung an die Handballmädels :) )

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey Maria...
A wenn es ein wenig spät kommen sollte: Frohes neues Jahr! Und das auch bitte an den Willi weiter reichen!
Und mal an meine Karte denken!
I schreib demnächst mal wieder nen längeren Text...

Bis bald!
Winke winke

Despo hat gesagt…

maria weiß dies und jenes und gibts als erklärung dem leser weiter... doch von wem kommts?

egal - schön geschrieben - freu mich schon auf die spannenden ab-april-einträge