Weihnachstzeit- stressige Zeit. Das ist auch in Neuseeland so, aber nun erstmal die letzten Tage in Chronologie.
Um für die Weihnachtszeit gerüstet zu sein, wurden erst einmal Weihnachtsmützen gekauft und bei den nächsten Verwandten typisch deutsche bzw. dresdnerische Köstlichkeiten geordet- denn wir wollten bei unseren jetztigen Gasteltern Judy & Marvyn ja nicht mit leeren Händen aufkreuzen. Schließlich waren wir am Weihnachsttag (in Neuseeland der 25.12.) zum Frühstück bei Tochter Linn und ihrem Freund Mat und zum Lunch bei Judy und Marvyn eingeladen. Am 24. Dezember allerdings stand erstmal unser Weihnachten an, wir mussten leider arbeiten und konnten somit erst abends zum Strand aufbrechen. Vorher wurde im hiesigen Liquor-Shop noch Campari bestellt (wurde extra angeliefert, ansonsten gibt es Hochprozentiges nicht im Supermarkt, sondern nur in besagten Liquor-Shops) und schnell noch Pizzen sowie Eis gekauft. Ein Festmahl (angesichts von überwiegend Toast als Nahrung trifft die Bezeichnung “Festmahl” wirklich zu)! Sind dann also zügig zum Strand gefahren, haben alles schnell verzehrt und bei Campari-Orange wurde anschließend noch Bescherung gefeiert (ich habe von Willi ein Päckchen Kaffee, meine Lieblingskekse sowie Aufkleber für unser Auto bekommen- und zwar original Aufkleber aus der Region Taranaki (benannt nach dem Berg): “Taranaki Hardcore Club”). Aber Arbeit hat so seine Spuren hinterlassen, sodass wir beizeiten ins Bett gegangen sind (praktischerweise immer im Van dabei)- am nächsten Morgen stand bereits das Frühstück bei Linn & Mat an. War auch ganz nett, jedoch wirklich nur ein kleines “Auftakt-Frühstück” (der Neuseeländer zelebriert Weihnachten den gesamten Tag lang, danach ist dann allerdings auch Schluss- nicht wie bei uns, wo Weihnachten einen mehrtägigen (Fr-)essmarathon einleitet). Der Lunch bei unseren Gasteltern war jedoch der Hit. Sowas haben wir noch nicht gesehen. Ersteinmal wurde zu Mittag gegessen und sich anschließend im Wohnzimmer zur Bescherung versammelt. Das gesamte Haus undekoriert, kein kitschiger Weihnachtsengel, nicht einmal eine verlorenwirkende Lichterkette- nichts. Lediglich ein kleiner Weihnachtsbaum in der Wohnzimmerecke (um es mal vorneweg zu nehmen: Weihnachtsstimmung hatte ich in der gesamten Zeit nicht gehabt, vielleicht mag es am Klima liegen oder an dem, was wir mit Weihnachten verbinden). Bescherung war klasse: Geschenke wurden einfach rüde aufgerissen (in unserer Familie wird man wenigstens noch zum Gedichteaufsagen oder Singen genötigt), mitunter waren in den Geschenken noch die Einkaufszettel zu finden! Als unsere Gastmutter das erste Geschenk auspackte, konnten wir vor Lachen nicht mehr: ein quietsche-pinker Flamingo aus Plastik zum In-den-Garten-stellen! Herrje! Geht es noch unpersönlicher? Wohl kaum. Wir haben T-Shirts geschenkt bekommen (wirklich schöne, man glaubt es kaum) und haben der Familie ein Paket mit Allerlei geschnürt (Russisch Brot, Stollen, …). Auch bemerkenswert war der Umgang mit der Familienältesten, der Oma: sie wurde einfach in der Sofa-Ecke “geparkt”, vor ihr rannten dann die reichlich beschenkten Kleinkinder mit Schwert und Pistole herum und spielten ihren fiktiven Kleinkrieg aus. Furchtbar. Wir haben uns dann auch rasch wieder verdrückt, es war zwar ein nette Geste unserer Gasteltern uns mit einzuladen, aber wir haben uns doch wie Störende bzw. Eindringlinge gefühlt.
Zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir uns in unseren freien Tagen zu einem kleinen Trip aufgemacht und sind wieder Richtung New Plymouth gefahren (eine Stunde nordwärts von Hawera). Sind dieses Mal aber an der Küste entlang gefahren und haben noch den “Cape Egmont” besucht, ein meist windiger Küstenpunkt mit kalkweißem Leuchtturm. Und nun Achtung: Wissen! “Cape Egmont” gehört zu insgesamt vier geografischen Punkten in Neuseeland, die das “Kreuz des Südens” bilden. Dieses Kreuz ist nicht nur ein Sternbild der südlichen Hemisphäre, sondern eben auch ein beliebtes Ziel von Motorradfahren aus aller Welt. Jährlich findet einen einwöchige Rallye statt, die diese vier Punkte (Cape Egmont, Cape Reinga, East Cape und Bluff) “abfährt”. Und wir als Neu-Kiwis wollen am Ende des Jahres dieses Kreuz ebenfalls besucht haben und etwas Weiteres, typisch Neuseeländisches gemacht haben (das steht jedenfalls in keinem Reiseführer).
Neujahr wollten wir unbedingt in New Plymouth verbringen, zum einen um unsere ehemaligen Gasteltern Brenda & John zu besuchen und zum anderen um “New Years Day” (das Wort “Silvester” sucht man vergebens) zu feiern. Brenda und John sind über Neujahr aber leider verreist, sodass wir hier noch eine Weile bleiben werden und uns so doch noch sehen können. Silvester wollten wir an und für sich im original irischen Guinness-Pub feiern, doch anscheinend ist Silvester hier weniger populär als bei uns- es herrschte fast überall tote Hose. Selbst im Guinness-Pub saßen nur drei Hansel an der Theke, was uns so zum Umkehren ins warme Heiabettchen bewegte- angesichts einer weiteren vorausgegangenen Arbeitsperiode bei Riverlands erschien uns das als himmlische Alternative, die Arbeit zehrt doch schon ganz schön an den körperlichen Kräften.
Auf dem Plan für die nächsten Tage stehen eine Wanderung auf dem “Forgotten Highway” (“Vergessener Highway”) und ein Besuch der “Waitomo Caves”, einer Glühwürmchen-Höhle.
So, ich hoffe, ihr seid gut über die Feiertage gekommen, hattet ein schönes Fest und einen angenehmen Rutsch ins Neujahr und genießt die Restfeiertage-
Lasst Euch wie immer lieb grüßen von Eurer
Maria
PS: Bilder im Anhang!
Weihnachten am Strand - mit Campari-Orange!
Cape Egmont, der westliche Punkt des "Kreuz des Südens":


2 Kommentare:
du weihnachtsalki!=) höhö
also ich wünsche dir natürlich nachträglich auch nochmal ein schönes, glückliches neues jahr und so!:)
naja
und die janett hat mir grad erzählt das sie am samstag eine karte von dir bekommen hat....
:-/ und ich nicht>.<
:'(
höhö
jaaaahaaaaa!
ich bin jetzt eingeschnappt^^
hihi
also bis bald so, deine wiebki
huhu mein kleiner süßer blusterfisch!! vielen lieben dank für deiner wunderhübsche postkarte, ich hab mich wirklich sehr sehr gefreut und fand es schön, dass du auch immer an uns denkst!!
ich wünsche dir auch ein supertolles jahr 2008 mit ganz viel erfolgen, höhepunkten und zufriedenheit!!
na dann, noch viele spektakuläre tage in neuseeland!
hau rein maria!
*knuff* und *knuddl*
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