"Tabula Rasa" ist zwar ein eigenartiger Titel, eignet sich jedoch hervorragend, um "reinen Tisch zu machen" - denn der letzte und somit abschließende Blogeintrag steht an.
Lange bevor Reiseantritt, und zwar am 11. September 2007, ist der erste Blogeintrag gepostet worden und mittlerweile ist der Blog auf 26 Beiträge und unglaubliche 64 Kommentare (steigend!) angewachsen.
Nun gibt es im finalen Eintrag noch einige Leckerlies für Euch: wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, es werden noch die ein oder anderen Geschichten erzählt, der Rückflug von Auckland nach Frankfurt wird in gewohnter Manier natürlich auch eingehendst beleuchtet und nicht zuletzt folgt eine kleine sentimentale Danksagung.
Zuersteinmal aber das Abenteuer Fliegen, Auckland - Frankfurt via Seoul.
Bevor ich den Rückflug gen Heimat antreten durfte, musste der Flug zuvor bei der Airline telefonisch bestätigt werden. Dies sollte in den Tagen vor dem eigentlichen Flug geschehen und so nahm ich erneut den Kampf mit Warteschleifen und Ansagerobotern auf. Nach kurzer Wartezeit wurde ich dann auch durchgestellt und erfreulicherweise bot mir die Dame am anderen Ende der Leitung ein von der Airline (Korean Air) bereitgestelltes Hotelzimmer für die Nacht in Seoul an. Angenehm überrascht nahm ich bereitwillig an, einen halben Tag im Flugzeug und 17 Stunden Aufenthalt in Südkoreas Hauptstadt in Aussicht machten mir die Entscheidung leicht. Dabei betonte sie, dass das Hotel „gleich neben dem Flughafen“ liege. Gleich ist relativ. Schon Mutti weiß, dass die Aussage „ich räume gleich mein Zimmer auf“ eher auf irgendwas Fernes innerhalb der nächsten Wochen abzielt, als auf das, worauf Mutti eigentlich hinauswill. So auch in diesem Falle: „gleich neben dem Flughafen“ heißt, einmal rings ums Flughafengelände, bis auch der letzte Leuchtmast abgefahren wurde (Frankfurt ist im Vergleich zum Seoul Incheon Flughafen ein kleiner Provinzlandeplatz), vorbei an ins Endlose auslaufende Rollfelder, Cargo-Frachthäfen und Service-Arealen. Schlussendlich ging es dann eine Behelfsstraße hinein ins südkoreanische Nirgendwo. Auf meiner Mission zum Hotel begleiteten mich diesmal ein stets kaugummikauender und überaus kommunikativer Türke namens Erdogan, der jedoch reichlich jünger war, als sein Name vermuten lässt, ein „Kebab-Business“ in Neuseeland unterhält und nun seine Familie in Deutschland besucht. Sowie eine vermutlich 16-jährige Münchnerin, die Neuseeland natürlich über alles liebt und nun in Stille trauert, da sie es verlassen muss (dank ihrer Körperfülle fiel mir gleich Trauerklößli ein, was ich aber schleunigst wieder verworfen habe).
Im Hotel angekommen, stellte es sich als durchaus annehmbar heraus, geräumiges Zimmer und Bad, alles sauber und so sank ich todmüde aber dankbar ins Bettchen. Aber natürlich ist der simpelste Bettgang nicht ohne Anekdote erzählt: nachdem ich die Tür zum neuen Heim aufgestoßen hatte, suchte ich vergebens nach Licht. Minuten verstrichen, ich begann arge Selbstzweifel zu hegen und raffte es einfach nicht. Im zimmereigenen Flur war ein Bewegungsmelder installiert und so sprintete ich von Flur zum Wandpanel für die Lichter hin und her, da das Licht logischerweise nach zehn Sekunden wieder ausging und ich in kompletter Dunkelheit stand. Beim Spurten sollte man allerdings achtgeben, nicht über die tausend Paar Schuhe zu fallen, die überall im Zimmer stehen (in Asien ist es wunderliche Sitte, beim Betreten eines anderen Raumes gleichzeitig die Schuhe zu wechseln).
Kurz vor der Kapitulation hörte ich nebenan unseren türkischen Freund Erdogan in gebrochenem Englisch klagen: "It is too hot in here!" ("Hier ist es viel zu warm!") - ich konnte gar nicht anders, als plötzlich lauthals loszulachen. Schon beim Einchecken an der Rezeption erklärte uns die Dame die Frühstücks- und die Abholzeit zurück zum Flughafen. Dazwischen lagen aber noch ein paar Stunden und der Türke starrte die Rezeptionistin verdutzt an: "Hä? Und was mach ich da zwischen Frühstück und Abholung?" - zum Schießen.
Wie dem auch sei, es ist immer noch zu heiß im Hotelzimmer. Der zur Hilfe geeilte Page musste dann, nachdem er ihm die Klimaanlage erklärt hatte, auch für mein Lichtproblem herhalten (sein Gesicht drückte in diesem Moment sowas aus wie: "Oh du meine Güte, diese prassligen Europäer!"). Letztenendes musste einfach nur der Anhänger vom Zimmerschlüssel in den raumeigenen Bewegungsmelder gesteckt werden und wie von Geisterhand ging mir ein Licht auf.
Am nächsten Morgen ging es dann per Shuttlebus wieder zurück zum Flughafen und weiter Richtung Heimat. Nachdem mich mein Muddchen in Frankfurt abgeholt hatte, erwartete mich ein kleines aber feines Empfangskomitee, bestehend aus ein wenig Familie und ein wenig Freunde. Exklusives Bild hier:

So, nach wieder viel zu viel Text folgt nun ein kleines Bombardement mit Zahlen und Statistiken:
Lange bevor Reiseantritt, und zwar am 11. September 2007, ist der erste Blogeintrag gepostet worden und mittlerweile ist der Blog auf 26 Beiträge und unglaubliche 64 Kommentare (steigend!) angewachsen.
Nun gibt es im finalen Eintrag noch einige Leckerlies für Euch: wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, es werden noch die ein oder anderen Geschichten erzählt, der Rückflug von Auckland nach Frankfurt wird in gewohnter Manier natürlich auch eingehendst beleuchtet und nicht zuletzt folgt eine kleine sentimentale Danksagung.
Zuersteinmal aber das Abenteuer Fliegen, Auckland - Frankfurt via Seoul.
Bevor ich den Rückflug gen Heimat antreten durfte, musste der Flug zuvor bei der Airline telefonisch bestätigt werden. Dies sollte in den Tagen vor dem eigentlichen Flug geschehen und so nahm ich erneut den Kampf mit Warteschleifen und Ansagerobotern auf. Nach kurzer Wartezeit wurde ich dann auch durchgestellt und erfreulicherweise bot mir die Dame am anderen Ende der Leitung ein von der Airline (Korean Air) bereitgestelltes Hotelzimmer für die Nacht in Seoul an. Angenehm überrascht nahm ich bereitwillig an, einen halben Tag im Flugzeug und 17 Stunden Aufenthalt in Südkoreas Hauptstadt in Aussicht machten mir die Entscheidung leicht. Dabei betonte sie, dass das Hotel „gleich neben dem Flughafen“ liege. Gleich ist relativ. Schon Mutti weiß, dass die Aussage „ich räume gleich mein Zimmer auf“ eher auf irgendwas Fernes innerhalb der nächsten Wochen abzielt, als auf das, worauf Mutti eigentlich hinauswill. So auch in diesem Falle: „gleich neben dem Flughafen“ heißt, einmal rings ums Flughafengelände, bis auch der letzte Leuchtmast abgefahren wurde (Frankfurt ist im Vergleich zum Seoul Incheon Flughafen ein kleiner Provinzlandeplatz), vorbei an ins Endlose auslaufende Rollfelder, Cargo-Frachthäfen und Service-Arealen. Schlussendlich ging es dann eine Behelfsstraße hinein ins südkoreanische Nirgendwo. Auf meiner Mission zum Hotel begleiteten mich diesmal ein stets kaugummikauender und überaus kommunikativer Türke namens Erdogan, der jedoch reichlich jünger war, als sein Name vermuten lässt, ein „Kebab-Business“ in Neuseeland unterhält und nun seine Familie in Deutschland besucht. Sowie eine vermutlich 16-jährige Münchnerin, die Neuseeland natürlich über alles liebt und nun in Stille trauert, da sie es verlassen muss (dank ihrer Körperfülle fiel mir gleich Trauerklößli ein, was ich aber schleunigst wieder verworfen habe).
Im Hotel angekommen, stellte es sich als durchaus annehmbar heraus, geräumiges Zimmer und Bad, alles sauber und so sank ich todmüde aber dankbar ins Bettchen. Aber natürlich ist der simpelste Bettgang nicht ohne Anekdote erzählt: nachdem ich die Tür zum neuen Heim aufgestoßen hatte, suchte ich vergebens nach Licht. Minuten verstrichen, ich begann arge Selbstzweifel zu hegen und raffte es einfach nicht. Im zimmereigenen Flur war ein Bewegungsmelder installiert und so sprintete ich von Flur zum Wandpanel für die Lichter hin und her, da das Licht logischerweise nach zehn Sekunden wieder ausging und ich in kompletter Dunkelheit stand. Beim Spurten sollte man allerdings achtgeben, nicht über die tausend Paar Schuhe zu fallen, die überall im Zimmer stehen (in Asien ist es wunderliche Sitte, beim Betreten eines anderen Raumes gleichzeitig die Schuhe zu wechseln).
Kurz vor der Kapitulation hörte ich nebenan unseren türkischen Freund Erdogan in gebrochenem Englisch klagen: "It is too hot in here!" ("Hier ist es viel zu warm!") - ich konnte gar nicht anders, als plötzlich lauthals loszulachen. Schon beim Einchecken an der Rezeption erklärte uns die Dame die Frühstücks- und die Abholzeit zurück zum Flughafen. Dazwischen lagen aber noch ein paar Stunden und der Türke starrte die Rezeptionistin verdutzt an: "Hä? Und was mach ich da zwischen Frühstück und Abholung?" - zum Schießen.
Wie dem auch sei, es ist immer noch zu heiß im Hotelzimmer. Der zur Hilfe geeilte Page musste dann, nachdem er ihm die Klimaanlage erklärt hatte, auch für mein Lichtproblem herhalten (sein Gesicht drückte in diesem Moment sowas aus wie: "Oh du meine Güte, diese prassligen Europäer!"). Letztenendes musste einfach nur der Anhänger vom Zimmerschlüssel in den raumeigenen Bewegungsmelder gesteckt werden und wie von Geisterhand ging mir ein Licht auf.
Am nächsten Morgen ging es dann per Shuttlebus wieder zurück zum Flughafen und weiter Richtung Heimat. Nachdem mich mein Muddchen in Frankfurt abgeholt hatte, erwartete mich ein kleines aber feines Empfangskomitee, bestehend aus ein wenig Familie und ein wenig Freunde. Exklusives Bild hier:

So, nach wieder viel zu viel Text folgt nun ein kleines Bombardement mit Zahlen und Statistiken:
- Insgesamt bin ich 12.066 Kilometer gefahren und zwischenzeitlich ist sogar der 200.000 Kilometerstand-Geburtstag des Blusterfischs (Nissan Vanette 1986) gefeiert worden.
Ein paar Statistiken zum Blog selber (Stand: 20.Mai 2008):
- Seitenaufrufe: ca. 1.700 (der Besucherzähler unten in der rechten Leiste zählt nur die Besucher, nicht die totalen Seitenaufrufe)
- Durchschnittsbesuchszeit: 1:54 Minuten
- meisten Besucher kamen aus Dresden, dicht gefolgt von Berlin und Frankfurt a. M.
- am längsten hat es ein Besucher aus Schwerin auf der Seite ausgehalten (2h und 3min) und dabei 22 Seiten durchblättert

Deutschland mit Fleckfieber, die drei Top-Städte sind aber eindeutig zu erkennen - je größer der "Fleck", desto höher die Besucherzahl.
Gibt man bei Google seinen Suchbegriff ein, bekommt man tausende und abertausende Seiten präsentiert. Die häufigsten den Blog betreffend waren "Blogspot Maria Dresden" oder auch "Nzlreport", dahinter kommt schon die Suchanfrage "Spargelkönigin".
Hier eine kleine Vorstellungen von den skurillsten Begriffen, die - aus welchen Gründen auch immer - auf meine Seite verlinkt haben:
- "Bilder Frauenumkleide" (mein Favorit, kurz & prägnant - kann man sich direkt vorstellen, wie ein kleiner untersetzter Mittfünfziger mit schuppiger Haut im abgedunkelten Kämmerchen auf seinen Bildschirm starrt)
- "Betrunken im Auto Handbremse gelöst" (das könnte durchaus bös enden)
- "Die Enkelin meiner Urgroßcousine" (Na, das ist doch ganz glasklar: das ist die Urgroßnichte 2. Grades, da die Großcousine der Enkelin die Großnichte 2. Grades ist, das weiß doch jedes Kind!)
- "Ständig nörgelndes Kleinkind" (reizende Geschöpfe, gemäß dem Spruch: "Ich liebe Kinder, ich schaffe bloß kein Ganzes.")
Die Statistiken wurden mit Google Analytics erstellt.
Den Abschluß bilden noch ein paar danksagende Sätze.
Natürlich zuallererst an meine Eltern, ohne die dieses "Abenteuer", die Möglichkeit so ein Projekt umzusetzen, niemals zu realisieren gewesen wäre. Nicht allein durch finanzielle "Starthilfe", sondern auch, was alle anderen Belange angeht. Die mir den Rücken freigehalten haben, auf Ämter gehirscht sind, nervlich gelitten und mich mit Klatsch & Tratsch aus der Heimat versorgt haben, immer ein offenes Ohr (bzw. ein empfängliches Mailfach) hatten und die hoch geschätzten "Westpakete" geschickt haben, die meine Augen zum Strahlen brachten.
Dieser Dank geht an gleicher Stelle natürlich auch an den Rest der Familie, die eifrig Pakete ans andere Ende der Welt geschickt haben, gefüllt mit Kaffee, Schoki und Zeitschriften.
Weiterhin sei allen Freunden gedankt, die trotz der Entfernung mit Mail und Chat fleißig Heimweh geschürt haben und im Vorfeld so fantastisch mit Abschiedsfeiern und nun auch Willkommensfeiern sind.
Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei Euch Bloglesern, die mir die Treue gehalten haben und besonders bei den fleißigen Kommentarschreibern. Hervorzuheben sind da zum einen die Qualitätsschreiberin Tante Briti (evtl. selber Blog schreiben?, ich habe zum Teil köstlich gelacht) und zum anderen die Quantitätsschreiberin, das Wiebchen, die fast jeden Eintrag kommentiert hat - das ist absolute NZL-Report-Spitze.
Also denn, ein letztes Mal verabschiedet sich Eure ehemals-Kiwi-Maria und nun wieder freudestrahlende Dresdnerin.
Bei bei!
PS: Das hätte ich ja fast vergessen - noch was zum Schmunzeln: dieses Schild mit der Aufschrift "Come in and have your faith lifted" (in Anlehnung an "face-lifting" soll man nun seinen Glauben "erneuert" lassen) stand in Hawera vor der Kirche. Urkomisch.

Den Abschluß bilden noch ein paar danksagende Sätze.
Natürlich zuallererst an meine Eltern, ohne die dieses "Abenteuer", die Möglichkeit so ein Projekt umzusetzen, niemals zu realisieren gewesen wäre. Nicht allein durch finanzielle "Starthilfe", sondern auch, was alle anderen Belange angeht. Die mir den Rücken freigehalten haben, auf Ämter gehirscht sind, nervlich gelitten und mich mit Klatsch & Tratsch aus der Heimat versorgt haben, immer ein offenes Ohr (bzw. ein empfängliches Mailfach) hatten und die hoch geschätzten "Westpakete" geschickt haben, die meine Augen zum Strahlen brachten.
Dieser Dank geht an gleicher Stelle natürlich auch an den Rest der Familie, die eifrig Pakete ans andere Ende der Welt geschickt haben, gefüllt mit Kaffee, Schoki und Zeitschriften.
Weiterhin sei allen Freunden gedankt, die trotz der Entfernung mit Mail und Chat fleißig Heimweh geschürt haben und im Vorfeld so fantastisch mit Abschiedsfeiern und nun auch Willkommensfeiern sind.
Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei Euch Bloglesern, die mir die Treue gehalten haben und besonders bei den fleißigen Kommentarschreibern. Hervorzuheben sind da zum einen die Qualitätsschreiberin Tante Briti (evtl. selber Blog schreiben?, ich habe zum Teil köstlich gelacht) und zum anderen die Quantitätsschreiberin, das Wiebchen, die fast jeden Eintrag kommentiert hat - das ist absolute NZL-Report-Spitze.
Also denn, ein letztes Mal verabschiedet sich Eure ehemals-Kiwi-Maria und nun wieder freudestrahlende Dresdnerin.
Bei bei!
PS: Das hätte ich ja fast vergessen - noch was zum Schmunzeln: dieses Schild mit der Aufschrift "Come in and have your faith lifted" (in Anlehnung an "face-lifting" soll man nun seinen Glauben "erneuert" lassen) stand in Hawera vor der Kirche. Urkomisch.

