Samstag, 22. September 2007

Korrektur!

Diesen Post werde ich nun dazu nutzen, mich zu korrigieren. Denn man höre und staune, es gibt auch noch positive Überraschungen, die das Alltagsleben einen Tick angenehmer machen.
Am 13. diesen Monats habe ich per vierseitiger Formularmaske meine persönliche Angaben (einschließlich der Fragen, ob ich in meinem Heimatland polizeilich gesucht werde oder schwanger bin) an das neuseeländische Immigrationsblablabla zwecks Visum geschickt. Einige Klicks später war ich dann auch um $120 ärmer. So ganz traute ich dem Frieden zugegebenermaßen ja nicht, denn mit nur ein paar Häkchen hier und da und der Kreditkartennummer war das Geld innerhalb weniger Sekunden fort. Einfach so. Und allein der Antrag auf ein Visum garantiert den Erhalt eines solchen Papierchens noch lange nicht.
Ja denn, nun hieß es warten. Denkste! Es sollte bei weitem nicht so lange dauern wie in Post No1. beschrieben. Am 13. abgeschickt, und bereits am 16. (!) die Zusage erhalten, dazwischen lang sogar noch ein Wochenende. Wahnsinn. Da können sich unsere Behörden mal ein klitzekleines Scheibchen von abschneiden, aber diese Leier ist ja allseits bekannt.

Wo wir gerade bei heimischen Behörden sind: ich war dann auch auf der Führerscheinstelle und habe mir einen Internationalen Führerschein ausstellen lassen (sehr unspektakulär, ein kleines graues Heftchen in zig Sprachen und noch mehr Stempeln). Dies wird dort gleich vor Ort erledigt, einfach Führerschein, Personalausweis und aktuelles Foto mitbringen, dazu noch Geld, Geduld und Sitzefleisch.

Nach der Visum-Korrektur nun noch eine kleine Korrektur bezüglich des Reisezeitraums: werde nicht für ein volles Jahr nach Neuseeland reisen, sondern lediglich für ein halbes Jahr, plus minus ein oder zwei Monaten. Dies hat vielerlei Gründe (familiär, Freunde, fristgerechte Bewerbung für Studium) und wollte mal klargestellt werden.

Donnerstag, 13. September 2007

Departure Terminal 2 Frankfurt International

So, wie bereits gestern angedroht, wurde unserem hiesigen Flughafen ein Besuch abgestattet. "Mmh. Wann wollen Sie gleich noch mal fliegen?"- "Na so Anfang November wär nicht schlecht...". "Bitte? (gekünsteltes Lachen) Das ist doch nicht Ihr Ernst?! Manche Leute buchen solche Flüge bereits ein Jahr im Voraus!"- "Ja. Danke. Äh. Und? Gibt es jetzt noch freie Plätze oder nicht?" - Ja, wie sich herausstellte, gab es solche Plätze durchaus. Aber zu exorbitanten, utopischen, astronomischen, ja schlicht zum Haare raufen teuren Preisen.

Sind dann schnurstracks zum nächsten Schalter gelaufen und siehe da- die gleiche Airline, das gleiche Datum, die gleiche Reiseroute. Aber: der Preis! Hin- und Rückflug für die Summe, die wir bei der anderen Reisefirma allein für den Hinflug bezahlt hätten! Wahnsinn. (An dieser Stelle einen lieben Dank an den Papi, der mal wieder seinen, sagen wir, richtigen Riecher hatte.)

Also, um das Ganze mal ein wenig zu konkretisieren, Abflug ist der 2.11. ab Frankfurt über Seoul nach Auckland, wo dann schon der liebe Willi wartet (siehe: Despo on Tour-Blog)... Hinein ins Abenteuer, so langsam gibt es kein Zurück...

Dienstag, 11. September 2007

1-2-3 Aufbruch! Oder etwa nicht?


Dank dem reibungslos funktionierenden Paradebeispiel par excellence für deutschen Behördenwahnsinn im Bildungswesen - kurz ZVS (Zentralvergabestelle für Studienplätze) - sitze ich hier und tippe meinen Blog zusammen. Doch alles der Reihe nach:

Nach mehreren Anfragen (telefonisch, elektronisch, Brieftaube- nein, ich versuche nicht krampfhaft witzig zu wirken) kristallisierte sich dann so langsam aber sicher am 16.8. eine Absage heraus (zur Erinnerung: Termin war der 13.8. für Zusagen, der 14.8. für Absagen).
Dies sollte der Startschuss für ein besonderes Abenteuer werden: ein Jahr Ausland.
Bereits vor zwei bis drei Jahren gefasst, sollte der Entschluss nun konkrete Formen annehmen. Ziel: Neuseeland.
Sicherlich, in letzter Zeit neben den USA und Australien beliebtes Ziel von Travel & Work-Reisenden geworden, sollte das aber kein Grund sein, meinen jahrelang behutsam gehegten und gepflegten Traum zu realisieren.

So, Prolog vorbei, jetzt wirds ernst. Mit dem Gedanken "So schwer kann das doch jetzt nicht sein" im Hinterkopf macht man sich nun langsam an die Planung. Was man braucht? Ein One-Way-Ticket, einen großen Rucksack und eine ordentliche Portion Zuversicht und Trotz; "Was auch immer da auf mich zukommt- lösbar! Fremdes Land? Firlefanz, man hat ja schließlich Abi, ist im Gegsatz zu letztem Jahr deutlich erwachsener geworden und wächst bekanntlich mit den Aufgaben." Ähm. So in etwa. Wie die folgenden Wochen zeigen sollten, wurde ich in meinem Eifer doch ein wenig gebremst. Für ein Jahr Neuseeland nehme man:

  • Internationaler Führerschein (wird sofort in der Führerscheinstelle ausgestellt, das ist noch der einfachste Teil)
  • ausreichend verlängerter Reisepass ("Bitte recht grimmig schauen!" da biometrisches Passbild, neu ausgestellter Reisepass erblickt nach ca. 3 Wochen in den dunklen Kellern der Bundesdruckerei das Licht der Welt)
  • Visum (speziell nach Bedürfnissen des Einreisenden, hier: Work&Travel Visum, $120, Austellung dauert, dauert, dauert)
  • Auslandskrankenversicherung
  • Evtl. Meldung beim Arbeitsamt ("Gute Frau, von einem Freistellungsantrag habe ich ehrlich noch nie etwas gehört, und dabei bin ich schon recht lange hier angestellt!" - das mit dem Behördenwahnsinn hatte ich ja schon eingangs erwähnt)
  • Flugticket (früh buchen lohnt enorm, siehe nachfolgenden Punkt)
  • Geld... viel Geld
  • Ausrüstung
  • viel Überzeugungsarbeit bei Familie, Freunden, etc.
  • ausreichend Gelassenheit innehaben und Sicherheit ausstrahlen
  • Standardantworten auf sich immer wiederholende Fragen parat haben ("Wie, Du gehst nach Neuseeland?", "Wie lange denn?", "Kommst Du wieder?", "Warum denn eigentlich?" - Am besten ein Textmuster zurechtlegen, dem Betroffenen selbiges runterrasseln, Ausdauer und zwischendurch Atmen :) )
  • und vieles mehr...
Unter Garantie hab ich so einiges vergessen, aber was auf den ersten Blick wie ein verlängerter Urlaub mit Gratis-Lebenserfahrung, gehüllt in atemberaubender Landschaft, erscheint, ist es eben nun mal nicht. Daher sollte jeder Ränzleschnürer, der sich spontan zu einem Auslandsjahr entschließt, ca. 2-3 Monate (mindestens!) vorher mit seiner Spontanität beginnen.

Ich für meinen Teil werde diese Woche mal dem hiesigen Flughafen einen Besuch abstatten und im Bestfall buchen. Hust. Oder erstmal Überblick verschaffen. Angepeilt wird der 1. November als Aufbruchdatum, ob das eingehalten werden kann wird sich zeigen... Zuversicht!

Dies soll für den Anfang reichen... Nachti!